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Pilze - beliebtes Nahrungsmittel - heimtückisches Gift

Schon im Altertum gehörten Pilze zur menschlichen Nahrung. Über viele Generationen und um den Preis vieler Opfer lernten die Menschen genießbare und giftige Pilze immer besser zu unterscheiden.
Die Angst vor Pilzvergiftungen hinterließ viele Spuren in Volkskunst, Brauchtum und Aberglauben. Oft wurden Pilze genutzt um Euphorie, Halluzinationen oder religiöse Ekstase herbeizuführen. In der Antike hielten einige Kaiser und Patrizier einige Pilze für göttliche Speisen. Aber schon zu dieser Zeit wurde die Pilzvergiftung nicht selten genutzt um sich unliebsamer Widersacher zu entledigen.
Um eine Einteilung der Pilze bemühten sich einige Gelehrte ebenfalls schon in der Antike. Eine der frühesten überlieferten Einteilung stammt vom altgriechischen Gelehrten Theophrastos (372-287 v.u.Z.)

Was macht die Pilze zu einem wertvollen Nahrungsmittel?
Einmal wäre da wohl einfach die so genannte Gaumenfreude anzuführen.
Dann ist da noch die Zusammensetzung der Pilze: 3-5% Stickstoff, getrocknet15-60%; 50-80% Eiweißstoffe u. der Rest Aminosäuren; 1,5-10% Fettstoffe in getrockneten Pilzen. Der Wert der Pilz-Eiweißstoffe ist etwa 8mal geringer als die von Milch. Pilze haben aber mehr Eiweiß- u. Fettstoffe als Kartoffeln, Kohl u.a., und weniger Kohlehydrate im Vergleich zu anderen Pflanzen. Pilze besitzen keine Stärke wie Gemüse. Verschiedene Säuren und Enzyme können nachgewiesen werden. Die Enzyme verlieren auch durch Trocknung nicht ihre Aktivität und können so die Verdauung richtig fördern. Der Gehalt an Vitamin C ist gering, Vitamin B1 und PP sind in bedeutenden Mengen enthalten. Vitamin D ist mengenmäßig wie in Butter enthalten. Außer Vitamin C bleiben die meisten Vitamine trotz Trocknung und Kochen in gewissen Mengen erhalten. Der Gehalt an Mineralstoffen und Mikroelementen ist mit Obst, der Phosphorgehalt mit Fisch vergleichbar. (beispielhafter Kalorienvergleich: 1kg frische Champignons = 250g Rindfleisch, = 240g Fisch, = 4-5 Eier, = 600ml Milch, = 150g weiße Bohnen, =180g Brot)
Die Zusammensetzung der Pilze regt, insbesondere bei Pilzsuppen, den Appetit an, erhöht die Absonderung von Magensaft und aktiviert die Verdauungsprozesse. In Bezug auf ihre Verdauungsförderlichkeit sind Pilze der Fleischbrühe ebenbürtig.
In der Praxis wurden weitere positive gesundheitliche Wirkungen nachgewiesen: Unterstützung der Herztätigkeit, Senkung hohen Blutdruckes, Senkung des Cholesterinspiegels, vorbeugend gegen Arterienverkalkung.

Pilze können gefährlich sein:
Pilze werden heutzutage aber leider nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Rauschmittel konsumiert. Die rauschauslösenden Giftstoffe werden von den Konsumenten dabei oftmals unterschätzt. So steigen zur Zeit solcherart Vergiftungen stark an.
Problematisch beim unbedachten Verzehr giftiger Pilze ist die Tatsache, dass die giftigsten Exemplare meist erst stark zeitverzögert ihre Wirkung entfalten. Dann sind oftmals aber schon schwere Schädigungen körperlicher Organe eingetreten.

Was sind eigentlich Pilze?
Sie sind Organismen ohne Chlorophyll. Ihr Wachstum ist als rasch zu bezeichnen. Genauso rasch sterben sie auch ab. Pilze verarbeiten komplizierte organische Stoffe in einfachere, womit sie diese zusammen mit Bakterien den Pflanzen wieder zugänglich machen.
Pilze werden weder den Pflanzen noch den Tieren zugeordnet. Sie werden im selbständigen Reich der Pilze (Fungi, Mycota, Mycobiotta) zusammengefasst.
Das, was allgemein als "Pilz" bezeichnet wird, ist eigentlich nur die Frucht eines einzigartigen unterirdischen "Baumes" (Myzel), der aus feinen, in der Erde zerstreuten Fäden besteht. Myzel kann bei einigen Pilzarten 10-20 Jahre überleben, ohne Früchte zu geben. Myzel und die Wurzeln höherer Pflanzen gehen sehr häufig eine symbiotische Wechselbeziehung ein.

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(letzte Änderung dieser Seite am 06.11.2001)